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Interview mit Frau Amann im Südkurier

Erstellt von Südkurier | |   Gymnasium

Neue Rektorin am BZM: "Es ist wie ein nach Hause kommen"

Diana Amann hatte ihren ersten Arbeitstag am Bildungszentrum Markdorf. Die neue Rektorin des Gymnasiums im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Für sie ist es wie nach Hause kommen. Das sagt Diana Amann selbst über sich und ihren ersten Arbeitstag als neue Rektorin des Gymnasiums am Bildungszentrum Markdorf (BZM). Die 55-Jährige hat am Montag ihren Dienst in Markdorf angetreten, als Nachfolgerin des nach Ravensburg gewechselten Tilmann Siebert. Ein nach Hause kommen ist es für die Pädagogin, die zuletzt Rektorin des Christianeums in Hamburg gewesen ist, gleich in mehrerlei Hinsicht: 1981 hat sie am BZM selbst ihr Abitur abgelegt, in Bermatingen hat sie mit ihrer Familie einst gelebt, bevor sie ihr Beruf für sieben Jahre an eine deutsche Schule nach Schanghai und zuletzt für fünf Jahre an das Hamburger Gymnasium geführt hat, und nach Bermatingen ist sie mit ihrem Mann Siegfried nun wieder zurückgekehrt.

Am BZM ist derzeit, in der letzten Ferienwoche, Vieles noch Baustelle. Auf den Fluren und in den Zimmern stehen noch Farbeimer, Gerüste und Werkzeugkisten. Ihr Büro hat sie bereits bezogen. Darin wird sie selbst noch umstellen. Der Schreibtisch soll weg vom Fenster und hin zur Eingangstür, mit Blick ins Sekretariat. Das sei ihr wichtig, Blickkontakt, persönlicher Kontakt, zu Mitarbeitern, zu Kollegen und später auch zu den Schülern. Ihre Türe sei immer offen, sagt sie, ein Prinzip. Das war auch schon in China so und auch in Hamburg. Viel Zeit zum Einleben hatte sie noch nicht, die kommt jetzt erst. Im März war sie zu einem ersten Gespräch im BZM, im Mai hatte sie ein längeres Gespräch mit Siebert.

Von ihrem Vorgänger ist Amann begeistert. "Er hat sich sehr intensiv um mich gekümmert und mir den kompletten Entwicklungsverlauf am BZM geschildert", sagt sie. Sowohl den langen Prozess hin zum Schulverbund als auch das, was nun ansteht, etwa die nötigen Sanierungsarbeiten. "Ein Dickschiff, das läuft": So habe Siebert das BZM bezeichnet. Und diesen Eindruck habe auch sie. Eine große, aber gut funktionierende Schule. Die Größe zumindest ist ihr nicht ganz neu. Auch das Christianeum hat rund 1000 Schüler. Und doch wird Manches anders sein. War die Hamburger Schule altsprachlich orientiert, mit Latein- und Griechisch-Zügen, so ist das Markdorfer Gymnasium naturwissenschaftlich ausgerichtet. Das findet sie spannend.

Den Modellversuch G9 verlängern, sei eine der nun anstehenden Aufgaben, die Amann bereits benennen kann. "Die Anmeldungen zeigen, dass das der Elternwunsch ist. Und eine Schulleitung wäre schlecht beraten, sich dagegen zu stellen." Was sonst ansteht? "Gespräche, Gespräche, Gespräche", lacht Amann. Zuerst noch mit den Mitarbeitern, dann mit ihrem Kollegium und den Eltern. "Für mich ist es wichtig, auch in den kleinen Kreisen die Themen kennenzulernen." Nur verwalten ist nicht ihr Ding, Diana Amann wird auch eine 9. Klasse in Deutsch unterrichten. "Ich halte es für wichtig, dass ein Schulleiter auch selbst unterrichtet, schließlich soll er ja den Bezug nicht verlieren", betont sie. Die Schüler wiederum sollen sich "geborgen und wohl fühlen": "Sie sollen auch mit Freude und Interesse in die Schule kommen."

Was ihr auch wichtig ist: Ihr Unfall und ihre Behinderung seien kein Tabu, dies sei auch in Hamburg schon so gewesen. Amann wurde im Dezember 2015 auf ihrem Fahrrad von einem Lkw erfasst und schwer verletzt. Ihr rechtes Bein musste amputiert werden, nun trägt sie eine Prothese. "Ich bin ein halber Cyborg", bricht sie lachend das Eis. Möglichst unbefangen mit ihrem Handicap umzugehen, das wünscht sie sich auch von ihren neuen Schülern. An der Schule selbst ist das neue Schuljahr schon weitestgehend vorbereitet. Die Stundenpläne sind gemacht, die Lehrerstellen seien alle besetzt. Am Montag steht für Diana Amann nun die erste Gesamtlehrerkonferenz an. Auch darauf freut sie sich.

Zur Person

Diana Amann (55) ist als Nachfolgerin von Tilmann Siebert die neue Rektorin am Gymnasium des Bildungszentrums Markdorf. Sie war selbst Schülerin am BZM und hat dort 1981 auch ihr Abitur abgelegt. In den vergangenen fünf Jahren war sie Rektorin des Gymnasiums Christianeum in Hamburg-Othmarschen, zuvor lebten sie und ihr Mann Siegfried in Schanghai, wo sie sieben Jahre lang Koordinatorin für deutsche Schulen war. Auf die freie Stelle am BZM war sie über eine Freundin aufmerksam geworden. Die hatte ihr von einem Artikel im SÜDKURIER berichtet, der den Weggang von Siebert thematisiert hatte. "Ein unglaublicher Zufall, fast schon Schicksal", sagt sie über ihre späte Rückkehr in die Heimat und ans BZM. Die Amanns haben einen 27-jährigen Sohn, der derzeit mit der Master-Arbeit sein Studium abschließt. Siegfried Amann war lange Jahre freier Mitarbeiter des SÜDKURIER für Markdorf und Bermatingen. (gup)

Mit freundlicher Genehmigung des SÜDKURIER - Link zum Artikel

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