Kochen, Kunst und Kalligrafie im Wahlpflichtkurs China
Gymnasium
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Frau Eisenhauer & Frau Zhang-Giesenberg
Wer bislang davon ausging, dass Italien das Ursprungsland der Nudel ist, wurde spätestens bei unserem chinesischen Kochevent Mitte Dezember eines Besseren belehrt. Hat doch erst Marco Polo die Nudel aus China nach Italien gebracht. So jedenfalls geht die Legende…
Ganz real konnten wir unter Anleitung von Frau Zhang-Giesenberg, die zusammen mit Frau Eisenhauer den China-Wahlpflichtkurs für die Klassen 8 und 9 leitet, erfahren und schmecken, was es mit der chinesischen Nudel auf sich hat. Dabei wurden nicht nur die leckeren Lamian- Nudeln (拉面) eigenhändig hergestellt, sondern auch die berühmten Jiaozi (饺子), eine Art Maultaschen, die traditionellerweise am chinesischen Neujahrsfest (17. Februar 2026!) gegessen werden, mit köstlichen Gemüse- und Fleischfüllungen versehen. Das Ganze mit Stäbchen zu essen war gar nicht so einfach, zumal die Nudeln mit einer ebenfalls selbst gemachten Tomatensoße serviert bzw. in eine Mischung aus Essig und Sojasoße getaucht wurden. Was recht schnell zubereitet und vor allem gegessen war, brauchte aber einige Zeit und Geduld zur Vorbereitung. So wurden im Akkord Tomaten geschält und geschnitten, Frühlingszwiebeln und Knoblauch in feinste Scheibchen zerteilt, Gurken für den köstlichen Gurkensalat (mit VIEL Knoblauch!) geschnippelt und Möhren gerieben. Am meisten Spaß gemacht hat aber allen die Zubereitung der Lamian-Nudeln: Jeder und jede bekam ein Stückchen Teig und durfte so lange daran ziehen und drehen, bis eine lange, Spaghetti artige Nudel daraus entstand, die dann ins kochende Wasser geworfen wurde. Da gab es gleich mehrfach den Wunsch nach Nachschlag. Doch auch die Jiaozi fanden ihre Liebhaberinnen und Liebhaber. Einzeln in mühsamer Handarbeit gefüllt und liebevoll zu Halbmonden geformt, die mal mehr, mal weniger gelungen waren, wurden die chinesischen Maultaschen in Bambuskörben gedämpft, die sich auf dem engen Schulküchenherd stapelten. Zur Belohnung gab’s am Schluss noch Litschi und Mandarinen, die immerhin nur noch geschält werden mussten.
Der Januar bescherte und dann gleich das nächste Event in Form einer Exkursion ins Stuttgarter Lindenmuseum, eines der größten ethnologischen Museen Europas mit einer riesigen Sammlung an Kunstwerken und Artefakten aus aller Welt, unter anderem aus Asien.
Die Fahrt mit dem Zug in die Hauptstadt war äußerst kurzweilig, direkt vor dem Stuttgarter Bahnhof fuhr auch sofort ein Bus vor, der uns direkt zum Museum brachte. Nach der langen Fahrt war aber erst einmal ein Mittagsimbiss angesagt. Dieser wurde uns im museumseigenen Restaurant in Form einer schmackhaften vegetarischen Kürbis-Bowl serviert. Sehr gesund, aber wohl doch nicht ganz nach jedermanns Geschmack. Für einige Jungs war auch ein bisschen wenig in der Schüssel, um wirklich satt zu werden. Doch wir hatten ja nicht des Essens wegen die lange Fahrt nach Stuttgart gemacht, sondern um unseren kulturellen Hunger zu stillen. Der wurde gleich im Anschluss mit einem 2-Gänge-Menü gestillt: Zunächst zeigte uns eine kompetente Führerin typisch asiatische Inneneinrichtungen sowie chinesische Malereien aus verschiedenen Jahrhunderten. Darunter ein großes, aquarelliertes Pferd - passend zum neuen chinesischen Jahr des Pferdes! Der Schwerpunkt lag jedoch auf den kunstvollen Kalligrafien, die ganz unterschiedliche Schreibstile präsentierten und uns schonmal theoretisch auf den nachfolgenden Workshop einstimmen sollten, wo wir uns dann ganz praktisch an der Kalligrafie einzelner chinesischen Zeichen – und auch an einem süßen kleinen Panda – üben konnten. Dabei kamen die vier Schätze der Kalligrafie – Pinsel, Tusche, Reibestein und Papier – zum Einsatz und ließen in kürzester Zeit kleine Kunstwerke entstehen, die im Anschluss Schwarz auf Weiß mit nach Hause getragen werden konnten.